Deutsche Werte in bunten Buchdeckeln  

von Olga Mischtschenko

 

Seit Anfang Februar bekommen die Permer eine schöne Möglichkeit, sich mit den Büchern bekannt zu machen, die deutsche Kinder und Jugendliche lesen. Am 10. Februar fand die Eröffnung der Ausstellung “Zeitgenössische deutsche Kinder- und Jugenliteratur” im deutschen Lesesaal der Permer Gorky-Bibliothek statt. Die Ausstellung wurde vom Goethe-Institut in München mit der internationalen Münchener Jugendbibliothek zusammengestellt und auf die Reise nach Russland geschickt, wo sie am Festival “BibliObras 2007” in Moskau am Oktober teilgenommen hat. Das Festival findet alle zwei Jahre statt und fördert die Entwicklung der Schulbibliotheken. Nach dem Festival begab sich die Ausstellung auf eine weitere Reise nach Russland, wo Perm die erste Haltestelle ist.

 

Die Ausstellung zeigt Bücher aus dem Bücherbestand der internationalen Münchener Jugendbibliothek. Sie wurde 1949 aus einer Ausstellung gegründet und enthält zur Zeit etwa 4,500 Bücher. Etwa 130 daraus vermitteln jetzt den Permern eine Vorstellung davon, mit welchen Werten deutsche Kinder und Jugendliche heute aufwachsen.  Die Abteilungen der Ausstellung helfen den Besuchern, sich in der Kinder- und Jugendliteratur besser zurechtzufinden. Die Ausstellung ist folgendermaßen eingeteilt: Kinderbücher, Bilderbücher, Gedichte und Lyrik, Jugendbücher und Sachbücher. Es scheint Kinderbücher am meisten zu geben. Sie ziehen durch bunte Buchdeckel, rätselhafte Titel an, überraschen und rühren, bringen zum Lachen und erschrecken. In einem Buch, zum Beispiel, hat die Mutter des Pinguins ihren Sohn so angeschrieen, dass er auseinander gefallen ist. Seine Körperteile sind in die ganze Welt und sogar auf den Mond auseinander geflogen. Der Pinguin hat sie aber gesammelt, die Mutter hat sie zusammengenäht und sie haben sich versöhnt. “Na, so was kommt manchmal vor”, lacht eine der Besucherin. 


     


Kinderliteratur sind natürlich nicht nur Märchen und Gedichte. Das sind vor allem Bilder, die Geschichten schildern oder ergänzen und den Inhalt jungen Lesern klar machen. Deshalb wird auch eine kleine Bilderausstellung im Raum vor dem deutschen Lesesaal veranstaltet, wo die Bilder aus den Kinder- und Jugendbüchern dargestellt sind. Der Permer Maler Stanislav Kovalev, der sich bei der Arbeit an der deutschen Malerei orientiert, meint: es werden schöne Bilder ausgestellt, die in verschiedenen Arten ausgeführt sind. Die Ausstellung veranschauliche sein Verhältnis zum Buch, das gut gedruckt ist und keinen Fehler hat.

 

„In jedem Land leben und denken die Menschen etwas anders“, - bemerkt Peer Jahnsen,  Übersetzer aus Offenburg und ein guter Freund des deutschen Lesesaals. „Wir können aber unsere eigene Position im Vergleich mit den anderen besser verstehen, und so können wir auch besser erkennen, auf welche unterschiedlichen Weisen man Mensch sein kann. Wir lernen durch die Bücher nicht nur andere Zeiten und Gegenden, sondern auch die inneren Landschaften im Geist der Menschen kennen. Deshalb sind deutsche Bücher für Russen von großem Interesse. Außerdem zeigt die Ausstellung, welche universellen Werte in den Kinder- und Jugendbüchern deutscher Autoren im Vergleich zu denen russischer Autoren vermittelt werden.“ 


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