Öffentlicher Personennahverkehr in Perm, oder unsere „lustigen“ Busse

von Anna Tretjakowa
 
Fast jeder Bewohner der Stadt Perm weiß, wie es sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in unserer Stadt verhält. Als Beispiel werde ich etwas über die Permer Busse erzählen.
Stellen Sie sich folgendes Bild vor: Sie verspäten sich zur Arbeit oder zum Studium und es gibt keinen Bus. Endlich kommt „Klein PAS-ik“ (die Marke des Busses), der vollgestopft mit Leuten ist. Die Fahrgäste sind überall: die einen sitzen (Sie sind ein Glückspilz, wenn es Ihnen gelungen ist, sich im überfüllten Bus zu setzen), die anderen stehen, die Dritten „hängen“ an den Trittbrettern. Man muss Kräfte mobilisieren, um in einen solchen Bus zu klettern. Wenn es Ihnen gelungen ist, und sie im Bus sind (auch wenn Sie dicht gedrängt wie Sardinen in der Dose stehen), ist das Wichtigste für Sie nicht auf den Boden zu fallen. Es würde Ihnen sowieso niemand aufhelfen.

 

Aber Sie haben sich umsonst gefreut. Im Bus lauern auf Sie tausendmal größere Gefahren, als draußen. Die Taschendiebe Träumen nur vom Inhalt Ihrer Tasche. Die wohlgenährte Schaffnerin verfolgt ihre eigenen Zwecke: Sie will von Ihnen das Fahrgeld bekommen, und es ist nicht wichtig auf welche Weise. Jeder der Fahrgäste strebt für sich eine bequemere Stelle im Gang des Busses an und dabei kann es schon vorkommen, dass man Ihnen auf die Füße tritt, Ihnen die Knöpfe von Ihrer Kleidung abreißt, Sie mit den Ellenbogen in die Seite stößt.
 
Ein wichtiger Ratschlag: Lernen Sie sich an der Luft festzuhalten, weil es keinen anderen Ausweg für Sie gibt. Die bemerkenswerten russischen Straßen und der Fahrer, der immer davon geträumt hat, an einem Wettrennen teilzunehmen, werden Sie Ihre Busfahrt nicht so schnell vergessen lassen. Aber das sind bei weitem nicht alle „Reize“, die Sie erwarten. Der Verkehrstau auf den Straßen wird Ihnen wohl kaum helfen, sich nicht zu verspäten.

Schaffnerin in einem ausnahmsweise leeren Bus

Wenn Sie Rentner sind oder (Gott bewahre!) das Bein gebrochen haben, haben sie es noch einmal schwerer. Sie können nur hoffen, dass jemand von den sitzenden Fahrgästen Ihnen einen Platz anbieten wird.
 
Endlich sind Sie mit allen Bequemlichkeiten an den Ort gelangt, zu dem Sie wollten. Jetzt müssen Sie Ihre ganzen Kräfte aufwenden und lernen andere Fahrgäste mit den Ellenbogen auseinander zustoßen, um zum Ausgang zu gelangen.
 
Also, wie war die Reise? Sind sie noch am Leben? Nehmen Sie sich die abgerissenen Knöpfe vom Mantel nicht zu Herzen, das sind doch bloß Kleinigkeiten! Das Wesentliche ist doch, dass Sie dorthin gelangt sind, wohin sie wollten! Und es ist nicht wichtig, dass Sie sich dabei eine halbe Stunde verspätet haben.
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