MEMORIAL in Perm

 

Von Anna Gorbunowa
 
Das Zentrum zur Unterstützung der demokratischen Jugendinitiativen, so ist der Name von „Jugendmemorial“. 
Memorial ist eine gesellschaftliche wohltätige Organisation, deren Sitz sich in Perm befindet. Die Organisation wurde 1998 von der Permer Abteilung der internationalen Gesellschaft „Memorial“ mit dem Zweck der Realisierung von Jugendprogrammen und von Projekten mit historisch-aufklärerischer und rechtschützenden Schwerpunkten gegründet.
 
Ein Ziel der Tätigkeit von „Jugendmemorial“ ist die Entwicklung der Freiwilligenbewegung in Perm, der Permer Region und in anderen Regionen Russlands. Einen besonderen Platz nimmt die Zusammenarbeit mit jugendlichen Organisationen Deutschlands und insbesondere mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ein. Das bekannteste gemeinsame Projekt ist die Organisation der internationalen Sommerlager, die gewöhnlich Anfang August stattfinden. Das Ziel dieser Lager ist die Unterstützung älterer Menschen, den Veteranen des 2.Weltkrieges, den Genozidopfern, den Opfern der politischen Vergeltungsmassnahmen und den ehemaligen Ostarbeitern. Zu den Aufgaben gehört Aufräumen, Putzen und Einkäufe erledigen. Aber am meisten mögen wir, die Freiwilligen, es einfach mit den Menschen spazieren zu gehen, dann höre sie sich gerne ihre Erinnerungen aus der Kindheit an, Nachrichten über Russland und die Welt. Es ist für viele alte Menschen sehr wichtig, dass sie zum 1. Mai eine saubere und festliche Wohnung haben. Aber sie können nicht mehr so viel selbst im Haushalt machen, deswegen startet jedes Jahr Ende April eine Aktion „Saubere Fenster“.
 
Seit 2002 veranstaltet ASF, Deutschland zusammen mit „Jugendmemorial“ jährliche internationale Sommerlager für Freiwillige in Perm und in der Permer Region. Die Teilnehmer sind junge Leute im Alter von 17 bis 30 Jahren aus Russland, Deutschland, Weißrussland und anderen Ländern. Was die Tätigkeit angeht, renovieren die Teilnehmer Wohnungen älterer Leute, die Opfer von politischen Vergeltungsmassnahmen waren. Bei der Renovierung einer Wohnung wird gewöhnlich tapeziert und Decke, Boden, Fensterrahmen, Fensterbrette, Türen und Heizungsbatterien gestrichen.
 
Es versteht sich von selbst, dass sich nicht jeder in solch einer Tätigkeit auskennen kann, deshalb teilen die Teamer die Freiwilligen so auf, dass es in jeder Gruppe immer einen erfahrenen Menschen gibt, der den anderen nötige Fertigkeiten beibringen kann. Also brauchen die Freiwilligen nur Fleiß, Verantwortung und Geduld als Vorrausetzung. In Berezniki (eine Stadt in der Permer Region) haben die Freiwilligen im Jahre 2004 in zehn Tagen sechs Wohnungen von älteren Menschen renoviert. Im Jahre 2005 wurden fünf Wohnungen in Perm renoviert. Trotzdem es für viele Teilnehmer die erste Erfahrung einer Wohnungsrenovierung war, waren die Besitzer der Wohnungen mit der Arbeit der Freiwilligen sehr zufrieden.
Im Sommer 2005 wurde vom „Memorial“ ein Projekt „Auf den Flüssen der Erinnerungen“ initiiert. Die Aufgabe war es, in den ehemaligen Siedlungen der deutschen Kriegsgefangenen nach noch lebenden Augenzeugen zu forschen und mit ihnen Interviews über die Nachkriegszeit zu machen.

Ausstellungsdetail in Perm 36

Das Rahmenprogramm des Sommerlagers ist sehr vielfältig. Es schließt Gespräche, Treffen mit interessanten Leuten, Diskussionen über Jugendprobleme, Ausflüge in Perm und Exkursionen in Museen der Stadt ein. In allen Lagern vom Memorial herrscht eine Atmosphäre der Freundschaft, des Optimismus' und der Freundlichkeit, z.B. im Jahre 2005 haben die Freiwilligen eine Besichtigungsexkursion von Perm, eine Expedition ins Belogorskij Kloster und einen Ausflug ins Museum politischer Vergeltungsmassnahmen ehemaligen GULAG Lager „Perm 36“, www.gulagmuseum.ru, mit einer Übernachtung im Zeltlager am Fluss Tschusovaja sowie einer Fahrt mit dem Fahrtenboot auf dem Fluss Kama gemacht. Außerdem haben die Teilnehmer von „Jugendmemorial“ gedrehte Lehrfilme gesehen, an Diskussionen über Jugendprobleme und an verschiedenen Wettbewerben teilgenommen.
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