Auslandspraktikum im Fach Deutsch als Fremdsprache

von Elke Spissak
 
 
Für Studierende, die in Österreich (Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck oder Klagenfurt) das Fach Deutsch als Fremdsprache belegen und sich bereits im zweiten Studienabschnitt befinden, gibt es seit 1995/96 die Möglichkeit, sich für ein drei- bis fünfmonatiges, durch ein Stipendium finanziertes Praktikum an einer ausländischen Universität zu bewerben. Das Interesse dafür ist groß: Die Zahl der BewerberInnen ist von anfangs siebzehn auf mittlerweile mehr als fünfzig gestiegen.
 
Alle, die sich für ein Auslandspraktikum interessieren, müssen neben ihrem Lebenslauf auch so genannte Motivationsschreiben verfassen, in denen sie die Wahl ihrer Wunschdestination(en) begründen. An Hand dieses Schreibens werden die BewerberInnen anschließend der jeweiligen Destination zugewiesen. Die Liste der möglichen Orte dafür ist lang: Es gibt rund fünfzig mögliche Ziele in den verschiedensten Ländern Osteuropas, Afrikas, Asiens, Südamerikas und in der Arabischen Welt (die gesamte Liste siehe unten). Perm und Moskau sind die beiden einzigen russischen Städte, in denen ein Auslandspraktikum möglich ist – Perm darf also stolz auf sich sein!

Grünanlage auf der Sibirskaja Straße in Perm

 
Ziel dieses Praktikums ist es, die an der Heimatinstitution erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Deutsch als Fremdsprache praktisch anzuwenden. Im Gegensatz zum Unterrichtspraktikum in Österreich ist das Auslandspraktikum freiwillig und stellt somit eine zusätzliche Chance dar, fachspezifische Erfahrungen zu sammeln. Im Mittelpunkt steht dabei
 
Die Aufgaben der PraktikantInnen an der Gastinstitution reichen von Hospitationen und dem eigenständigen Deutschunterricht im Ausmaß von bis zu acht Semesterwochenstunden bis hin zur Mitwirkungen an zusätzlichen Veranstaltungen wie etwa Prüfungen und Konferenzen und der Durchführung eines kleinen, eigenständigen Projekts. Dieses Projekt muss keinen direkten Bezug zum Unterricht haben, sondern bietet die Möglichkeit, neben den fachlichen auch die persönlichen Interessen im Gastland zu verfolgen. Drüber hinaus ist es notwendig, seinen Aufenthalt gut zu dokumentieren. Nach Beendigung des Praktikums wird ein umfassender Bericht verlangt, der sowohl dem Heimat- als auch dem Gastinstitut zur Verfügung gestellt werden und neben persönlichen Eindrücken und Tipps für die NachfolgerInnen auch eine möglichst genaue Unterrichts- und Projektbeschreibung beinhalten muss.
 
Was den Unterricht betrifft, bedeutet das Auslandspraktikum für mich konkret je eine Doppelstunde Konversation im ersten und zweiten Studienjahr, sowie eine Doppelstunde Landeskunde im dritten Studienjahr für Dolmetsch und Übersetzung. Darüber hinaus hat mein Aufenthalt hier natürlich auch einen großen persönlichen Mehrwert. Ich lerne in Perm nicht nur eine für mich bisher fremde Stadt, sondern auch eine neue Kultur kennen. Ich bin hier nicht nur Unterrichtende, sondern möchte die Chance nutzen, mich in den fünf Monaten meines Aufenthalts auch persönlich weiterzuentwickeln, das heißt, neue Erfahrungen nicht nur innerhalb meiner Arbeit zu sammeln, sondern auch meinen persönlichen Horizont zu erweitern. Ich bin schon gespannt, was mich noch erwarten wird!

Elke Spissak, Praktikantin in Perm

 
Praktikumsplätze 2007/2008 in alphabetischer Reihenfolge:
 
Ägypten (Kairo), Albanien (Tirana), Algerien (Oran/Algier), Argentinien (Mendoza), Armenien (Jerewan), Aserbaidschan (Baku), Australien (Sydney), Brasilien (Campinas), Bulgarien (Shumen/Varna), Burjatien (Ulan Ude), Chile (Santiago), China (Peking), Ecuador (Quito), Estland (Tallinn), Finnland (Oulu), Georgien (Tbilissi), Ghana (Accra), Indien (Neu Delhi), Japan (Tokio), Jordanien (Amman), Kasachstan (Almaty), Kirgistan (Bishkek), Kroatien (Rijeka), Kuba (Havanna), Madagaskar (Antananarivo), Marokko (Fez), Mazedonien (Skopje), Mexiko (Mexiko City), Mongolei (Ulan Bator), Montenegro (Niksic), Polen (Krakau), Portugal (Braga), Rumänien (Constanta), Russland (Perm/Moskau), Senegal (Dakar), Serbien (Belgrad), Slowakei (Banska Bystrica), Slowenien (Ljubljana), Tschechische Republik (Brünn/Prag/Liberec/Pilsen), Tunesien (Tunis), Türkei (Istanbul), Ukraine (Odessa), Ungarn (Budapest), Usbekistan (Taschkent), Vietnam (Hanoi)
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