„Meine Eindrücke vom ersten Schulpraktikum“

 

Bericht von Ekaterina Muravyeva 

Alle Studenten der Permer Staatlichen Pädagogischen Universität haben im vierten Studienjahr ihr erstes Schulpraktikum. Die Fremdsprachenfakultät ist dabei keine Ausnahme. „Leider...“ – denken die Studierenden bis zum dritten Studienjahr und diejenigen, denen das unvermeidliche Praktikum gerade vor die Nase fällt, geraten in Panik und nur Studenten des vierten Studienjahres laufen mit strahlenden Gesichtern durch das grüne Gebäude der Fremdsprachenfakultät, stolz auf sich selbst und auf eben dahinter stehende Erlebnisse. Sie fühlen sich schon als Lehrer. Und nicht ohne Grund: sie haben sich gerade einen Überblick über den Lehrberuf verschafft und sind damit in ihr Berufsleben eingestiegen.

Hauptgebäude der Permer Staatlichen Pädagogischen Universität

Was mich persönlich betrifft, so bezeichne ich für mich die erste Schulpraxis als eine wesentliche, unersetzbare Erfahrung, die ich in der Schule Nummer zwölf, der Schule mit dem Schwerpunkt Deutsch, gemacht habe. Ich hatte dort zweimal in der Woche eine Doppelstunde Deutsch in der elften Klasse „B“ zu erteilen. Der Unterricht fand mittwochs und samstags statt, was mir ständig zu schaffen machte. Sobald die Mittwochsstunden vorbei waren, machte ich mir schon Gedanken, womit ich die Schüler am Samstag beschäftigen würde, und umgekehrt. Schwierigkeiten bestanden für mich darin, dass kein bestimmtes Lehrprogramm vorhanden war. Ich musste hauptsächlich die Fertigkeiten der fremdsprachigen Kommunikation der Schüler fördern und den Unterricht auf interessante Weise gestalten. Sogar die Themenauswahl wurde mir überlassen. Aber Vorteile habe ich natürlich auch gesehen: diese Lage hat mir nicht nur Möglichkeit gegeben, meine pädagogischen Kenntnisse anzuwenden, sondern auch meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Für mich spielte eine bedeutende Rolle alle produktiven und rezeptiven Fertigkeiten bei den Schülern gleichmäßig zu entwickeln, außerdem sollte der Unterricht sowohl interessant und lehrreich für die Schüler als auch logisch und methodisch richtig sein.

Schule Nr. 12 mit erweitertem Deutschunterricht

Was die Lernmaterialien betrifft, benutzte ich die Bibliothek der Schule Nummer zwölf, den gut ausgestatteten deutschen Lesesaal der Gorky-Bibliothek, sowie Internetressourcen. Ein paar Mal habe ich in meinem Unterricht Laptop und Beamer verwendet, was motivierend und spannend für die Schüler war, sowie eine Erfrischung und Vielfalt für den Unterricht darstellte. Unter den Themen, auf die ich in meinen Deutschstunden einging, waren solche wie „Leistungsdruck in der Schule“, „Karriere und Berufswahl“ - sie entsprechen, meiner Meinung nach, gut den Interessen der vor dem Abitur stehenden Schüler. Obwohl ich mir viel Mühe gegeben hatte, lief nicht immer alles wie geplant. So ist mir zum Beispiel nicht immer gelungen, die Zeit für diese oder jene Aufgabe für Schüler richtig einzuschätzen, da ich deren Sprachniveau nicht ausreichend kannte. Weiters gab es manchmal Probleme mit der Disziplin. Dann brauchte ich noch Zeit, um die Jugendlichen wieder in Arbeitsstimmung zu bringen. Ich selbst war hingegen von meinen Stunden so hingerissen, dass ich immer vergaß den Schülern Noten zu geben. Da mir dies als Anforderung gestellt worden war, machte mir meine Betreuerlehrerin daraufhin leichte Vorwürfe. Ansonsten habe ich mich sowohl mit den Schülern als auch mit den Lehrern gut verstanden.

Ekaterina Muravyeva 

Abschließend möchte ich Folgendes sagen: am meisten Spaß an meinem Unterricht hatte ich, wenn alle im Plan stehenden Aufgaben erfolgreich erfüllt worden waren, wenn die Schüler gute Ergebnisse unserer Zusammenarbeit gezeigt hatten, die auch meine Lehrer und Kollegen, die dabei gewesen waren, bestätigen konnten. Ich glaube genau darin besteht das Wesen des Lehrberufes – Kenntnisse zu vermitteln und dabei das Gefühl zu haben, etwas Gutes, Helles und Wichtiges in der Welt zu schaffen.  

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